Gebäudediagnostik

Die Qualität der Bausubstanz rückt, vor allem im Bezug auf die ständig steigenden Energiekosten, immer mehr in den Vordergrund.

Eine mangelhafte Konstruktion oder eine fehlerhafte Ausführung der Gebäudehülle kann zu erheblichen Wärmeverlusten oder sogar zu Schimmelschäden führen.

Das rechtzeitige Erkennen von Baumängeln und vor allem die genaue Analyse ihrer Ursachen erfordert neben technisch hochwertigen Messsystemen auch eine hohe Kompetenz der Messtechniker.

Alle unsere Mitarbeiter, die mit Wärmeverlustmessungen, Luftdichtheitsmessungen und Feuchteanalyse befasst sind, verfügen über Zertifizierungen nach ISO 9712.

Schimmelpilzbefall im Bereich von Wärmebrücken

Wohngebäude wie wir sie kennen, weisen grundsätzlich Wärmebrücken auf. Wärmebrücken sind örtlich begrenzte Zonen von Bauteiloberflächen, die über den Zeitraum der Heizperiode eine herabgesetzte Oberflächentemperatur aufweisen. Genau deshalb stellt ein Schimmelpilzbefall, welcher sich ausschließlich nach den Wärmebrücken orientiert, ein Kondensatschaden dar. Hierbei kann sich auf der Oberfläche der Wärmebrücke in Abhängigkeit der in der Raumluft als Wasserdampf gebundenen Feuchtigkeit und in Abhängigkeit des Temperaturgefälles von innen nach außen ein Klima einstellen, welches zu Schimmelpilzwachstum führen kann.

Durch den Einsatz der Thermografie können Wärmebrücken beurteilt werden. Somit ist nachweisbar, ob der Schimmelplizbefall durch nutzungsbedingte Fehler oder durch bauliche Mängel hinsichtlich des nach DIN 4108 geforderten Wärmeschutzes verursacht wurde.

Die thermografische Messtechnik zur Beurteilung von Wärmebrücken kann nur über den Zeitraum der Heizperiode durchgeführt werden. Orientierend kann man sagen, dass sich die Außenlufttemperaturen über wenigstens 2-3 Tage kontinuierlich unterhalb von ca. +5°C befinden müssen.

Blower-Door-Verfahren

Zur Erkennung von Baumängeln bzw. Undichtigkeiten an der Gebäudehülle wird das BLOWER-DOOR-Verfahren eingesetzt.

Durch die Erzeugung eines Unterdrucks im Gebäudeinnern dringt an undichten Stellen Außenluft ein.
Dies führt zu einer Veränderung der Oberflächentemperatur, die wiederum mit Hilfe der Thermografie geortet werden kann.

Die Messung erfolgt nach Din/EN 13829 und beinhaltet:

  • Ermittlung der Luftwechselzahl
  • Ortung und Dokumentation der Luftleckagen
  • Auswertung und Interpretation der Messergebnisse (Din 4108, ENEV)
  • Ausfertigung eines detaillierten Messberichts mit Zertifikat der erreichten Luftwechselzahl

Messung von Bauteilfeuchte

Die Ofentrocknung, sogenannte Darrprobe, wird wie die chemische Variante, die CM-Messung, zur exakten Bestimmung der Baufeuchte eingesetzt. Diese Messmethoden sind im Gegensatz zu den elektronischen Feuchtemessmethoden auch als gerichtsgutachterliche Verfahren anerkannt. Die Ofentrocknung nach Din EN 1097-5 ist ein Verfahren mit dem Gesteinsproben, zum Beispiel Bohrkerne, auf ihren Feuchtegehalt untersucht werden.

Wir verfügen über ein eigens dafür ausgestattetes Labor mit einem umfangreichen „Gestein-Archiv“.

Mit Hilfe der CM-Methode lässt sich der Feuchtegehalt z.B. bei neu eingebrachten Estrichen ermitteln. Der Zeitpunkt der Bodenverlegung kann somit genau definiert werden.

CM-Messung

Das Calciumcarbid-Verfahren bzw. Calciumcarbid-Methode (CM-Messung) ist eine schnelle und für viele Fälle ausreichend genaue Feldmethode zur Feuchtemessung. Sie kann dann verwendet werden, wenn ein allseitiger Kontakt des Calciumcarbids mit der Materialprobe hergestellt werden kann. Bei diesem Verfahren wird die feuchte Probe gewogen und danach in einen Druckbehälter eingeführt, in dem sich Stahlkugeln sowie eine Glasampulle mit Calciumcarbid befinden. Alles wird im verschlossenen Behälter zerkleinert und vermischt. Das enthaltene Wasser bildet mit Calciumcarbid nach folgender Gleichung Acetylen:

Die Menge des Acetylens wird durch Messung des Druckanstieges über ein Manometer bestimmt und ist das Maß für die Menge an zuvor vorhandenem Wasser. Die Bestimmung des Wassergehalts erfolgt mit Bezug auf die Probenmasse. (Quelle: Wikipedia)

Equipment für CM-Messung

DARR-Probe

Bei der Darrmessung wird die Masseveränderung bestimmt, die Stoffe bei ihrer Erwärmung erfahren. Dazu wird bei der Darrmessung das Messgut so lange getrocknet, bis sich der Gleichgewichtszustand eingestellt hat. Dieser ist erreicht, wenn das Gewicht des Messguts einen konstanten Wert annimmt, was sich durch wiederholtes Wiegen feststellen lässt. Die Differenz zwischen dem Feucht- und Trockengewicht gibt den Feuchteverlust an, den die Materialprobe während der Darrmessung durch die Erwärmung und Trocknung erfahren hat.

Die Darrmessung ist ein sehr genaues Feuchtemessverfahren zur Bestimmung der Feuchte von verschiedensten Materialien. Für die Bestimmung der Feuchte muss für die Darrmessung eine Probe entnommen werden. 

Deshalb kann mit einer einzelnen Darrmessung auch nur die Feuchte gemessen, die in der Probe bzw. in unmittelbarer Nähe der Entnahmestelle vorhanden war. Bei der Probenentnahme für die Darrmessung ist darauf zu achten, dass die entnommene Probe unmittelbar zur Darrmessung verwendet wird, um einen Austausch von Feuchtigkeit mit der Umgebungsluft zu verhindern.

Trocken-Ofen

Langzeitmessung von Temperatur und Feuchte

Einzelne Räume oder auch ganze Gebäude lassen sich mit Hilfe der Daten-Logger klimatisch überwachen.

Die Messintervalle können an die spezifische Problemstellung angepasst werden und ermöglichen so die Erstellung eines Klimaprofils von einigen Stunden bis zu mehreren Monaten.

Beispielsweise kann damit auch ein für Schimmelpilzwachstum geeignetes Wohnraumklima nachgewiesen werden.